Ludwigshafener

Verein für Jugendhilfe e.V.

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Projekt: „Wir laufen den Jakobsweg vom 29.07.2014-08.08.2014“

-Auslandsmaßnahme zur individuellen Förderung von fünf Jugendlichen aus dem Betreuten Wohnen-

 

Zum Projekt

Der Ludwigshafener Verein für Jugendhilfe e.V. ermöglichte fünf Jugendlichen aus dem Betreuten Wohnen ein besonderes Erlebnis.

In Begleitung der pädagogischen Mitarbeiterin, Frau Jaana Butz, flogen die Jugendlichen vom 29.07.2014 - 08.08.2014 nach Spanien und liefen die ersten zwei Wochen in den Sommerferien den Jakobsweg. Für die Jugendlichen begann der Pilgerweg in Ribadeo und endete in Santiago de Compostela.

Ziel des Projektes war, dass durch die individuellen (Grenz-)Erfahrungen beim täglichen Laufen das Selbstbewusstsein und somit die Persönlichkeit bei jedem Einzelnen gestärkt wird. Es kommt zu Erfolgserlebnissen und zu dem schon lange nicht mehr vorhandenen Gefühl bei den Jugendlichen, etwas erreicht und geleistet zu haben. Nicht zuletzt wird die Gruppenzusammengehörigkeit gestärkt, die Verlässlichkeit und das gegenseitige Vertrauen gefördert.

 

         

         

 

 

 

 

 

 

 

Pädagogische Einschätzung von M. (17 Jahre) nach dem Jakobsweg

M. war zu Beginn der Maßnahme sehr unmotiviert und äußerte deutlich ihre Unlust an der gesamten Reise. Am ersten Lauftag ermüdete sie sehr schnell und zeigte wenig Bereitschaft, die kurze Etappe zu beenden. Dagegen lief M. am zweiten Tag sehr motiviert und zügig den Jakobsweg. Die Begeisterung für das Laufen und die Natur hielt ungemindert an, bis sie am vierten Tag auf dem Jakobsweg nach 16 km an ihre Grenzen stieß und daraufhin sofort nach Hause fliegen wollte. Die Gemütsschwankungen von M. hingen auch mit dem Konflikt zusammen, den sie mit einer anderen Teilnehmerin hegte. Diese führten zu heftigen Gefühlsausbrüchen und aggressivem Wortlaut zwischen den beiden Jugendlichen.

Ihr Verhalten war uneinsichtig und zeugte von großer Sturheit, so dass letztendlich die Wohngruppenleitung, Frau Beer, in der Heimat kontaktiert werden musste. Nach einem Telefonat und einer Mehrheitsentscheidung der Gruppe lief M. an diesem Tag noch weitere zehn Kilometer, was bis zu diesem Zeitpunkt auch die längste Tagesetappe darstellte.

Nach diesem Tag zeigte M. wieder großes Durchhaltevermögen beim Laufen und benötigte selten motivierende Worte von Seiten der Gruppenleitung. Bereits ab der Mitte der Strecke begann M. mit der Planung ihres nächsten Jakobsweges.

 

 

Fazit

Abschließend ist festzuhalten, dass die individuellen Erfahrungen sehr unterschiedlich waren. So schätzte ein Jugendlicher besonders das Kennlernen von Menschen aus den unterschiedlichen Ländern/Nationen mit dem gemeinsamen Ziel, den Jakobsweg zu laufen. Eine andere Jugendliche war beeindruckt von dem Kloster, in dem sie eine Nacht schliefen.

Die Gruppe meisterte zusammen die beachtliche Tagesetappe von 36 km, zu der sich alle Jugendlichen freiwillig entschlossen hatten.

Als Zeugnis ihrer Gesamtleistung von 155 gelaufenen Kilometern, was sich die Jugendlichen zu Beginn keineswegs zugetraut hatten, erhielten sie in Santiago eine Urkunde, die Compostela, die alle voller Stolz entgegennahmen.