Ludwigshafener

Verein für Jugendhilfe e.V.

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Marte Meo 

Der Name Marte Meo kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet etwas, dass man aus eigener Kraft erreichen kann. Gründerin dieser Bewegung war die Holländerin Maria Aarts, welche damit Eltern autistischer Kinder helfen wollte, besser mit ihren Söhnen oder Töchtern kommunizieren zu können.

Genauer handelt es sich bei Marte Meo zum einen um eine Methode und zum anderen um einen besonderen Blickwinkel auf die Fähigkeiten von Personen, die Kinder erziehen. Im Rahmen einer entwicklungsfördernden Methode wird bei Marte Meo eine Interaktion zwischen einer Bezugsperson und dem dazugehörigen Kind oder Jugendlichen gefilmt und anschließend eine Analyse dieses Films unter bestimmten theoretischen Gesichtspunkten durchgeführt. Inhalt ist dabei die zwischen den im Film agierenden Personen stattfindende Kommunikation. Einzelne, aus dem Film separierte aufschlussreiche Filmsequenzen werden daraufhin der Bezugsperson gezeigt und mit ihr das in jedem ausgewählten Filmausschnitt dargestellte erzieherische Vorgehen besprochen. Im Anschluss erfolgen die Weitergabe einer Arbeitsaufgabe und das Vereinbaren eines Folgefilms unter Berücksichtigung der Umsetzung dieser Aufgabe. Dieses Vorgehen des Filmens, Analysierens, Besprechens und später erneuten Filmens wird als sogenannter Prozess bezeichnet.  Allgemein ist ein solcher Prozess erst dann abgeschlossen, wenn sich in einem Abschlussfilm zeigen lässt, dass die Bezugsperson nun ausreichend in der Lage ist, das Kind oder den Jugendlichen zu fördern.  

Im Hinblick auf Marte Meo als einem besonderen Blickwinkel handelt es sich um das hinter der Methode liegende Menschenbild. Dieses sieht die Bezugsperson zunächst als durchweg positiv gegenüber dem zu betreuenden Kind und Jugendlichen eingestellt an und als ebenso fähig in ihrer Funktion als Erzieher. Daher wird in den Filmszenen auch nur auf das gelungene erzieherische Verhalten eingegangen, um das Selbstbewusstsein der Bezugsperson zu stärken. Zusätzlich werden Handlungserweiterungen überlegt, um das Kind oder den Jugendlichen noch besser in seiner Entwicklung fördern zu können.

 

Marte Meo kann bei Bedarf als ergänzendes Angebot in laufenden Sozialpädagogischen Familienhilfen oder auch als eigenständiges Angebot durchgeführt werden. Weiterhin ist es als Zusatzbaustein des Mutter-Kind-Wohnens auch im stationären Kontext anwendbar.